Apple hat im App Store eine neue Entdeckungsfunktion eingeführt, die unter dem Namen „Personalized Collections“ personalisierte App-Empfehlungen anzeigen soll. Diese Empfehlungen können in den Bereichen Apps, Spiele und Suche erscheinen und sich mit der Zeit an das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer anpassen.
- Apple führt im App Store personalisierte App-Empfehlungen ein
- Die Funktion heißt „Personalized Collections“
- Sicherheitsforscher von Mysk kritisieren die Datenerfassung
- Apple soll laut Mysk jeden Tap im App Store protokollieren
- Eine Abschaltmöglichkeit soll es dafür nicht geben
Apple beschreibt die Funktion als zusätzliche Möglichkeit, passende Apps sichtbarer zu machen. Für Entwickler kann das ein Vorteil sein, weil ihre Anwendungen potenziell gezielter ausgespielt werden. Gleichzeitig gibt es Kritik daran, welche Daten Apple dafür offenbar auswertet.
Sicherheitsforscher kritisieren Datenerfassung
Die Sicherheitsforscher von Mysk werfen Apple auf X (ehemals Twitter) vor, im App Store sehr umfangreiche Nutzungsanalysen zu erfassen. Demnach soll Apple „jeden Tap“ innerhalb der App-Store-App protokollieren, um die personalisierten Empfehlungen zu erstellen. Laut Mysk gebe es dafür keine Abschaltmöglichkeit.
Besonders heikel ist der Vorwurf, dass die erfassten Analysedaten nicht nur grobe Interaktionen betreffen sollen. Mysk schreibt, Apple könne aus den Daten sogar die Tippgeschwindigkeit berechnen. Ein veröffentlichter Screenshot soll zeigen, welche Analysedaten beim Suchen nach „Tim Cook“ an Apple übermittelt worden seien.
Analysedaten zeigen, wie Nutzer eine App verwenden. Dazu können Suchanfragen, Taps, Downloads oder andere Interaktionen gehören. Solche Daten helfen Anbietern, Funktionen zu verbessern oder Empfehlungen zu personalisieren. Kritisch wird es, wenn die Erfassung sehr detailliert ist und sich nicht klar deaktivieren lässt.
Mysk betonte, der Screenshot zeige nicht die Suchergebnisse selbst, sondern umfangreiche Analysedaten. Diese Daten sollen auch in der persönlichen Datenauskunft enthalten gewesen sein, die Nutzerinnen und Nutzer bei Apple über privacy.apple.com anfordern können.
Opt-out offenbar nicht vorgesehen
Der Kern der Kritik liegt weniger darin, dass Apple Empfehlungen personalisiert, sondern wie verpflichtend die zugrunde liegende Datenerfassung offenbar ist. Bei anderen Diensten können Nutzer auf Alternativen ausweichen. Beim iPhone ist der App Store jedoch weiterhin der zentrale Weg, Apps zu beziehen.
Damit bekommt die Debatte eine größere Bedeutung: Wenn die App-Store-Nutzung detailliert ausgewertet wird, betrifft das einen Bereich, den viele iPhone-Nutzer regelmäßig verwenden müssen. Gerade Apple positioniert sich seit Jahren stark über Datenschutz und Privatsphäre. Eine Funktion, die ohne sichtbare Wahlmöglichkeit umfangreiche Analysedaten nutzt, passt zumindest erklärungsbedürftig in dieses Bild.
Apple selbst hat die Kritik in dem Tweet nicht weiter eingeordnet. Offiziell ist nur, dass die personalisierten Sammlungen auf Interessen, App-Nutzung und Downloads basieren sollen. Ob Apple nach der Kritik zusätzliche Kontrollen oder eine Opt-in-Lösung anbieten wird, ist derzeit nicht bekannt.








